Für besonders verdienstvolle Leistungen in unserem SV 07 Nauheim erhielten diese Woche Susanne Pfeffer, Wolfgang Rauch und Peter Bräuer den Ehrenbrief vom Hessischer Fußball-Verband e.V.. Dr. Klaus Ilschner vom HFV (links im Bild) überreichte die Auszeichnung gemeinsam mit Patrick Schader, der den Vorstand vertrat. Herzlichen Glückwünsche Susanne, Wolfgang und Peter und auch an dieser Stelle ein Riesendank für Euren jahrelangen und unermüdlichen Einsatz!
Susanne Pfeffer:
Susanne ist seit Ende der 1990er im Verein aktiv. Sie betreute die einzelnen Mannschaften, in denen ihre Söhne spielten. Ebenso ist Susanne maßgeblich an der Gründung der beliebten Kinder- und Jugendfußballwoche beteiligt gewesen, bei der sie heute noch tatkräftig mitwirkt. Vornehmlich kümmert sich Susanne seit Jahren um die jüngsten Kinder und bringt diesen begeisternd das Fußball-Einmaleins bei.
Vielen Dank, liebe Susanne!
Wolfgang Rauch:
Wolfgang ist seit über zehn Jahren im Spielausschuss tätig. Trotz gesundheitlicher Probleme ist Wolfgang immer vor Ort und betreut als Zeugwart unsere Spieler. Auch nach den Spielen wartet er stets bis auch die letzten Trikots, Hosen und Stutzen zum Waschen sortiert sind. Wolfgang ist der ruhende Pol!
Vielen Dank, lieber Wolfgang!
Peter Bräuer:
Peter ist seit den 1990er Jahren in der Jugendabteilung engagiert und trainierte dort die Teams seiner beiden Söhne. In den vergangenen Jahren machte er es sich zur Aufgabe, die jungen Talente ab den G-Junioren aufwärts zu trainieren und diesen die Grundlagen des Fußballs beizubringen. Darüber hinaus fungierte Peter auch als Jugendleiter des Vereins. Seit der Saison 2019/20 widmet er sich nun ganz den Kleinsten des Vereins, die seitdem einen enormen Zulauf erfahren.
Vielen Dank, lieber Peter!

Kabinengespräch Patrick Schader und Norbert Mißkampf, August 2021

 

In unserer beliebten Reihe „Kabinengespräche“ stellen wir regelmäßig Vereinsvertreter und deren Aufgaben beim SV07 vor. In der aktuellen Ausgabe haben wir uns mit Patrick Schader und Norbert Mißkampf als Vertreter des mitgliederstärksten Bereichs, der Jugendabteilung, unterhalten.

 

Patrick, Norbert, auch wenn Ihr bekannte Persönlichkeiten bei SV07 seid – wollt Ihr Euch kurz vorstellen? Wie lange seid Ihr schon im Verein und welche Ämter habt Ihr derzeit inne?

NM: Ich kam 1970 als B-Jugendlicher zum SV07 Nauheim, d.h. ich bin mittlerweile schon über 50 Jahre im Verein. Nach der Jugend habe ich im Aktivenbereich gespielt und auch lange Zeit bei der SOMA und den Alten Herren. Die ersten Aufgaben als Jugendtrainer habe ich bereits in den 70er und dann wieder in den 90er Jahren übernommen, nun seit 2012 durchgehend. Aktuell bin ich stellvertretender Jugendleiter und übernehme ab der kommenden Saison als Trainer die Bambinis.

PS: Ich bin seit 1972 Vereinsmitglied, also ab Geburt. Und wahrscheinlich schon davor… Ich habe als Aktiver alle Jugendmannschaften durchlaufen und auch in der 1. und 2. Mannschaft sowie bei der SOMA und den Alten Herren gespielt. Jugendtrainer bin ich seit meinem 16. Lebensjahr, seit 2011 zudem in verschiedenen Funktionen im Vorstand tätig. Seit 2017 bin ich Jugendleiter des SV07, seit 2020 außerdem Referent für Mädchenfußball im Kreis Groß-Gerau.

Das sind beeindruckende Werdegänge im Verein! Kommen wir zum Hauptthema des heutigen Gesprächs, der Jugendabteilung. Welche Altersklassen decken wir denn aktuell ab?

NM: Die jüngsten Kinder, die am Trainingsbetrieb teilnehmen, sind etwa 3,5 Jahre alt und spielen bei den Bambinis. Zudem haben wir eine G-Jugend, eine F-, zwei E-, drei D- und zwei Mannschaften in der C-Jugend. Eine B-Jugend können wir momentan leider nicht aufbieten, auch bei der A-Jugend ist die Anzahl der vorhandenen Spieler sehr gering und der Spielbetrieb fraglich.

PS: Mädchen dürfen prinzipiell bis zur B-Jugend, also bis zum Alter von 16 Jahren, in gemischten Mannschaften mit Jungs spielen. In Nauheim sind wir allerdings in der glücklichen Lage, eine U14- und eine U16- Mädchenmannschaft zu haben.

Das bedeutet, dass wir hauptsächlich bei den älteren Jugendmannschaften personellen Bedarf haben?

PS: Prinzipiell sind bei uns natürlich alle Kinder und Jugendliche willkommen, unabhängig von Alter oder Geschlecht. Aber es stimmt schon, wir haben aktuell einen Zulauf bei den Bambinis und generell sind die jüngeren und mittleren Jahrgänge gut besetzt. Im B- und A-Jugendbereich dagegen herrscht großer Bedarf, aber das Problem haben leider viele Vereine.

Und wie sieht es bei den Jugendtrainern aus? Sind alle Mannschaften ausreichend betreut?

PS: Trainer und Betreuer suchen wir aktuell noch für die G-, F1-, E2- und D2-Jugend. Speziell bei der E2 ist der Bedarf akut – hier hat sich noch kein Trainer gefunden und der Spielbetrieb startet bereits am 04. September.

Wer also Lust darauf hat, Trainer eine Jugendmannschaft zu werden oder zumindest mal ein Schnuppertraining zu absolvieren, kann sich gerne bei mir unter Patrick.Schader@sv07nauheim.de melden!

Welche Voraussetzungen müssen ein Trainer oder eine Trainerin mitbringen? Und wann sind die Trainingszeiten speziell der Jahrgänge mit Betreuungsbedarf?

NM: Grundvoraussetzungen sind das Vorhandensein von Interesse an der Jugendarbeit sowie Spaß am und Kenntnis vom Fußballsport. Trainerscheine oder -lizenzen sind nicht zwingend notwendig, der Verein unterstützt und fördert aber Ausbildungen in diesem Bereich. Wie Patrick schon gesagt hat, laden wir Interessierte jeglichen Alters und Geschlechts gerne zu einem sog. Schnuppertraining ein, um die Aufgabe als Jugendtrainer kennenzulernen, ehe man sich fest dafür entscheidet und Verantwortung übernimmt.

Zu den Trainingszeiten: die G-Jugend trainiert montags und mittwochs von 16:00 – 17:00, die F1 und E2 montags und mittwochs von 17:00 bis 18:30 und die D2-Jugend montags und freitags, ebenfalls von 17:00 bis 18:30 Uhr. Wer Interesse hat, kann sich bei Patrick melden oder kommt einfach vorbei!

Zurück zu den aktiven Sportlern: warum sollten sich Kinder oder Jugendliche dazu entscheiden, Fußball zu spielen?

NM: Weil Fußball und Sport allgemein gesund sind und die körperliche Entwicklung sowie die Fitness fördern. Gerade durch die gesteigerten schulischen Anforderungen und das Freizeitverhalten werden die Möglichkeiten, sich zu bewegen, immer geringer. Außerdem verbessert Mannschaftssport den sozialen Umgang und die Teamfähigkeit, was auch in anderen Lebensbereichen von Nutzen sein kann. Zudem wird das Selbstbewusstsein gefördert, besonders durch gemeinsame Erfolgserlebnisse.

Und warum sollte man sich gerade für den SV07 Nauheim entscheiden?

PS: Das fängt schon einmal damit an, dass wir über eine tolle Sportanlage mit Kunst- und Naturrasenplätzen sowie einem komplett modernisierten Kabinentrakt verfügen. Wir bieten Jugendmannschaften für die meisten Jahrgänge und für Jungs und Mädchen an. Die Mehrzahl unserer Trainer:innen ist lizensiert, und wir sind ein Verein mit langer Geschichte und viel Erfahrung mit der Betreuung von Kindern und Jugendlichen. Vor wenigen Tagen haben wir zum Beispiel bereits im 21. Jahr die Fußballwoche während der Sommerferien durchgeführt, bei der immer zwischen 60 und 100 Teilnehmer:innen von montags bis freitags unter fachkundiger Betreuung gemeinsam trainieren, lernen und Spaß haben.

NM: Außerdem hat vor wenigen Wochen erstmals das Fußballcamp der Fußballschule von Mainz 05 im Nauheimer Sportpark stattgefunden. Die Mainzer, wir und auch die Spieler waren sehr angetan von der Veranstaltung, sodass sie im nächsten Jahr definitiv wiederholt wird. Wir sprechen aktuell sogar noch über die Möglichkeit, ein zusätzliches Fördertraining durch Mainz 05-Trainer in Nauheim anzubieten. Das ist noch nicht spruchreif, aber über derart gute Verbindungen zu einem Bundesligisten sind wir natürlich froh.

Was macht Euch am Trainerjob bzw. an der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen am meisten Spaß?

NM: Mir macht es Freude, mit den Jugendlichen über längere Zeit zusammenzuarbeiten und Verbesserungen zu beobachten. Fußballerisch, aber auch charakterlich oder im Miteinander. Es gefällt mir, wenn die Spieler lernfähig sind und wir Arbeit investieren, um am Ende gemeinsam etwas zu erreichen. Dann macht der Trainerjob Spaß.

PS: Ich bin stolz darauf, einzelne Personen in ein Team zu integrieren, statt Einzelkämpfer zu formen. Wenn es gelingt, Stärken zu fördern und Entwicklungen zu sehen. Und ich habe nach wie vor einfach Spaß am Spiel.

Und welche sind die größten Herausforderungen, mit denen Ihr klarkommen müsst?

NM: Bei den Jüngsten sind Begeisterung und Engagement bei Spielern und Eltern groß. Das nimmt aber ab im Laufe der Zeit, und etwa ab der D-Jugend ist die Unterstützung eher überschaubar und wir haben regelmäßig zu wenig Fahrer für die Auswärtsspiele.

In den älteren Jahrgängen ist mangelnde Disziplin ein großes Thema. Und damit meine ich die Disziplin auf und neben dem Platz, d.h. Anwesenheit, Pünktlichkeit und Durchhaltevermögen sind häufig verbesserungswürdig.

PS: Hinzu kommt manchmal eine mangelnde Selbsteinschätzung, nicht jeder ist ein Ronaldo und Messi. Und selbst die müssen täglich trainieren.

Welche Themen aus der Jugendabteilung sind Eurer Meinung nach noch erwähnenswert?

NM: Uns ist klar, dass unsere Zukunft als Sportverein gerade im Jugendbereich künftig von einer engen Zusammenarbeit mit den Schulen abhängt. Gerade vor dem Hintergrund, dass nach und nach das Konzept der Ganztagsschulen eingeführt wird und die Zeiten, um Sport zu treiben, weiter eingeschränkt werden. Daher freuen wir uns ganz besonders, nach den Herbstferien zwei Fußball-AGs, geleitet von unserem erfahrenen Trainer Peter Bräuer, an der Nauheimer Grundschule anbieten zu können: einmal für die 1. und 2. Klassen und eine AG für die 3. und 4. Klassen. Diese Angebote werden in den Schultag eingebunden, d.h. bis mittags haben die Kinder Schule, dann finden die AGs statt, danach gibt es Mittagessen und Hausaufgabenbetreuung.

PS: Das ist ein Modell mit Zukunftscharakter und wir sind sehr stolz, frühzeitig den Kontakt mit den Schulen aufgenommen und bereits ein Konzept vorbereitet zu haben. Wir werden in naher Zukunft auch auf Kindergärten zugehen um Kooperationen abzusprechen, oder z.B. einfach nur Fußball bei Gelegenheiten wie beweglichen Wandertagen anbieten. Das Ziel dieser Maßnahmen ist, Nauheimer Kindern den Fußballsport spielerisch näherzubringen und unser Angebot vorzustellen. Die Zeiten, in denen die Kinder automatisch zu uns kommen, sind vorbei.

 

Patrick, Norbert, vielen Dank für dieses Gespräch und meine höchste Anerkennung für Eure Leistungen!


Fünfer-Team leitet zukünftig die SOMA

 

Nach ganzen neun Jahren als Trainerduo der SOMA haben Pierre Lisci und Dennis Engroff nun die sportliche Verantwortung an ein neues Trainerteam weitergegeben. Gleich fünf Köpfe tüfteln zukünftig über Taktiken, Spielzüge und Aufstellungen: Mike Diefenbach, der ein alter Hase im Trainergeschäft der SOMA ist, bekommt Unterstützung von den beiden ehemaligen Kapitänen Jürgen Siller und Thomas Heinrichs. Außerdem an Bord sind Clemens Preis, der in der Vergangenheit bereits als Coach der SOMA tätig war, sowie Publikumsliebling Stefan Weise. Im Kabinengespräch berichten Mike und Jürgen über den Mix aus Altbewährten und neuen Ansätzen.

 

Frage: Hallo Mike und Jürgen! Schön, dass Ihr Euch die Zeit nehmt. Ihr seid nun verantwortlich für die SOMA. Gutes Gefühl?

Mike: Ja, ich habe schon ein gutes Gefühl. Ich kenne das ja schon seit einigen Jahren, sowohl als Teil des letzten Trainerteams als auch davor in Alleinregie. Wir haben einen guten Kader, qualitativ und auch quantitativ, somit habe ich auch ein gutes Gefühl was die neue Saison angeht.

Jürgen: Um ehrlich zu sein, habe ich ein gemischtes Gefühl. Ich war gerne Spielführer und Spieler der SOMA und wäre es am liebsten weiterhin geblieben. Da nun die beiden Erfolgscoaches Pierre und Itz eine neue Aufgabe im Verein übernommen haben, mussten wir diese Lücke schließen, und dieser Verantwortung wollte ich mich nicht entziehen. Daher versuche ich nun sowohl als Teil des Trainerteams als auch als Spieler weiterhin das Bestmögliche für die Mannschaft zu erreichen. Wie sagt man so gerne: Wir fahren auf Sicht und schauen mal, wie sich das einpendelt mit uns Fünfen…

 

Frage: Du sagst es, Jürgen: Das Trainerteam ist mit fünf Personen außergewöhnlich groß gefasst. Wie kam es dazu? Und gibt es innerhalb Eures Teams spezielle Rollenverteilungen?

Jürgen: Viele Hände, schnelles Ende… Heini und ich wollen weiterhin spielen, daher brauchen wir einfach mehrere Schultern, um das alles zu stemmen. Und dann gibt es da auch noch die große SGE, die ihre enorme Zuschauerbasis und Mitglieder auch direkt aus der SOMA-Startelf zieht!

Mike: So ist es. Generell sind Jürgen und ich die offiziellen Hauptansprechpartner für die SOMA und haben auch beim Kader und der Aufstellung das letzte Wort. Bei 30 Spielern im Training ist es aber eine große Erleichterung, dass wir uns auf die anderen verlassen können. Und das ist bei Clemens, Heini und Stefan hundertprozentig der Fall. 

 

Frage: Eure Vorgänger haben die Mannschaft neun Jahre lang betreut. Was wollt Ihr für Eure Arbeit aus der Vergangenheit bewahren und welche neuen Akzente möchtet Ihr setzen?

Mike: Prinzipiell wollen wir eigentlich nichts großartig ändern und es im Großen und Ganzen so lassen wie es ist. Ein paar kleine Dinge wollen wir verändern, aber eher organisatorischer Art, um uns die Arbeit etwas zu erleichtern. Wir werden wie bisher nur einmal pro Woche trainieren und auch der gesellige Teil wird weiterhin nicht zu kurz kommen.

Jürgen: Dennoch ist uns bewusst, dass Pierre als Vater der Kompanie seinen ureigenen, einzigartigen Stil hatte. Wir wissen, dass dieser nicht zu kopieren ist und wollen das auch gar nicht. Wir werden unseren eigenen Stil finden müssen. Und doch sind da sehr viele Sachen, die natürlich positiv waren und auch so bleiben sollen.

 

Frage: Die SOMA ist ja nunmehr seit knapp zwei Jahren nicht nur die SOMA, sondern auch die Zweite Mannschaft. Ist dadurch Eure sportliche Zielsetzung eine andere?

Mike: Wir sind ja eigentlich keine „richtige“ Zweite Mannschaft. Das wollten wir auch nie so wirklich sein. Aber da wir ja aktuell in keiner SOMA-Runde spielen können, mussten wir uns zwangsläufig bei den Aktiven anmelden, sonst hätten wir gar nicht mehr gespielt und die Gefahr wäre groß gewesen, dass sich die SOMA zumindest in Teilen auflöst. Das wollten wir unbedingt verhindern. Unsere sportliche Zielsetzung ist immer, das Maximum zu erreichen, auch als „aktive“ Mannschaft. Das heißt auch in dieser Saison wollen wir in der zweigeteilten C-Liga um den Titel mitspielen. Ein Aufstieg wäre insofern für den Verein enorm wichtig, um zukünftig eine richtige Zweite Mannschaft in der B-Liga melden zu können.

 

Frage: Die SOMA hat schon seit geraumer Zeit einen enormen Zulauf. Was macht für Euch den besonderen Charme und den Reiz dieser Mannschaft aus?

Jürgen: Ich habe mich unlängst mit einigen neuen Spielern unterhalten, die noch unter 30 und neu in Nauheim sind. Sie suchten Anschluss und haben früher mal gekickt – übereinstimmendes Feedback: Sie wurden direkt super aufgenommen, fühlen sich pudelwohl, sind positiv überrascht über das fußball- und biertechnische Niveau und kommen von nun an dauerhaft ins Training. Da in Nauheim jeder jemanden kennt, der in der SOMA kickt(e), brauchen wir keine Werbung oder Akquise zu betreiben – wir werben mit unserem guten Ruf und unser Zulauf stimmt. ;-)

 

Mike: Absolut richtig. Die meisten kennen sich schon seit Jahrzehnten, spielen von klein auf gemeinsam Fußball und können das in der SOMA mit einem überschaubaren Zeitaufwand und auf ansprechendem Niveau weiterhin betreiben. Ganz ausschlaggebend ist aber der große Zusammenhalt, auch außerhalb des Sportplatzes. Braucht einer Hilfe sind sofort mehrere helfende Hände bereit. Das ist einzigartig. 


Große Ziele mit Leidenschaft und Tatkraft
Der neue erste Vorsitzende Pierre Lisci im Kabinengespräch

 

Seit dem 27. Mai ist Pierre Lisci der neue erste Vorsitzende des SV07 Nauheim. Auch wenn er bereits seit einigen Jahren in Nauheim beheimatet und im Verein aktiv ist, kennen ihn manche vielleicht noch nicht so gut. In unserem Kabinengespräch erzählt er deshalb gerne etwas über sich selbst, sein Engagement beim SV07 und welche Ziele er als Vorstandschef hat.

 

Pierre, Glückwunsch zum Jubiläum! Während wir dieses Gespräch führen, bist du ziemlich genau seit einem Monat Vorsitzender des SV07 Nauheim. Doch bevor wir auf die Vereinsthemen eingehen – wo kommst du eigentlich ursprünglich her und wie hat es dich nach Nauheim verschlagen?

Ich stamme aus Wuppertal und habe dort auch meine Kindheit und Jugend verbracht. Das alles schon mit Fußball als Hauptbeschäftigung, übrigens. Später hat mich mein beruflicher Weg ins Rhein-Main-Gebiet geführt. Und der Liebe wegen bin ich erst in Trebur und schließlich dann in Nauheim gelandet. Das ist zumindest die Kurzfassung der Geschichte.

 

Wie lange bist du schon in Nauheim? Und wie bist du zum SV07 gekommen?

In Nauheim wohne ich mit meiner Frau seit 15 Jahren. Und habe mich von Beginn an auch recht wohl hier geführt. Aber mein ganzes Leben lang war immer meine Maxime: egal wo ich wohne, werde ich mich dem lokalen Fußballverein anschließen, um meiner liebsten Freizeitbeschäftigung nachzugehen und auch möglichst schnell soziale Kontakte zu knüpfen. Das hat immer gut geklappt, ist fester Bestandteil meines Lebens und Voraussetzung zum Wohlfühlen. In Nauheim bin ich schließlich über einen ehemaligen Nachbarn zur Soma des SV07 gekommen, der Beginn einer großen Leidenschaft…

 

Der Weg vom Soma-Spieler zum ersten Vorsitzenden ist aber ein langer. Wie kam es zu dieser Entwicklung?

Vom Naturell her bin ich nicht der Typ, der nur mitläuft und andere machen lässt. Ich packe gerne an, gestalte mit und bringe Dinge voran. So war das auch bei der Soma, die sich zudem in einem personellen Umbruch befand, mit vielen neuen Spielern, die über die Zeit auch zu Freunden wurden. Und innerhalb dieser Gruppe haben wir immer mehr Verantwortung übernommen, die Abteilung geführt und auch die sportliche Leitung übernommen. Durch dieses Amt, gepaart mit meiner Neigung, generell Interesse zu zeigen und viele Leute kennenzulernen, bin ich dann auch mit den Vorstandsmitgliedern in Kontakt gekommen. Und mit deren Herausforderungen – sportlich, wirtschaftlich und in der jüngeren Vergangenheit dann auch noch aufgrund der Pandemie. Die Situation hat sich schwierig dargestellt und irgendwann war mir klar, dass der Verein dringend tatkräftige Unterstützung braucht, um eine sichere Zukunft haben zu können. Nicht unbedingt meine Unterstützung, aber von einem möglichst großen Team aus bekannten und vor allem neuen Kräften, die gewillt sind, hier etwas aufzubauen.

Und weil wir alle daran interessiert sind, dass unser Verein gesund ist und es ihn noch möglichst lange gibt, haben meine Jungs aus der Soma, ich und viele andere Bekannte dieses Team auf die Beine gestellt. Aber es muss immer Leute geben, die der Sache ein Gesicht geben und Ämter und damit auch Verantwortung übernehmen. In den Diskussionen wurde ziemlich schnell klar, dass ich vorangehe und mich auch um den Vorsitz im Vorstand bewerbe. Was ich aber gerne mache und worüber ich auch glücklich bin.

 

Nach einem Monat im Amt – kannst du schon ein erstes Fazit ziehen?

Einerseits muss ich feststellen, dass sich all die Arbeit, die vielen Absprachen und die Informationsbeschaffung in der Zeit vor den Wahlen gelohnt haben. Wir haben uns wirklich gut vorbereitet, eine große Transparenz geschaffen und ein sehr gutes Bild der Lage gemacht. Und mein Vorgänger im Amt, Bernd Passinger, hat über die Jahre mit seinem Team wirklich gute Arbeit geleistet und mich bei meinem Einstieg großartig unterstützt. Dafür möchte ich mich an dieser Stelle auch noch einmal herzlich bedanken.

Von daher erlebe ich wenig Überraschungen, sondern freue mich darüber, dass in den einzelnen Bereichen des Vereins die Entwicklung eintritt, die wir in unseren Arbeitsgruppen geplant haben. Da gibt es viele kleine Dinge, aber auch echte Highlights, die dafür sorgen, dass der SV07 positiv wahrgenommen wird: ein neues Trainerteam bei den Aktiven, die Besetzung aller Jugendmannschaften, den Wechsel der Frauen-Teams, die bisher in einer Spielgemeinschaft waren. Wir sind ein Sportverein und an dieser Stelle muss es zuallererst passen. Dass der Trainings- und Spielbetrieb nun wieder aufgenommen wird, und zudem noch eine neue Pächterin die Vereinsgaststätte übernommen hat und sehr gute Resonanz erhält, passt zu der Aufbruchstimmung, die wir gerade verspüren. Demnächst wird es auch wieder Veranstaltungen geben, um die Leute zusammenzubringen und den Verein wieder zu dem Treffpunkt im Ort zu machen, der er sein soll.

Eines muss ich aber gestehen: alle Vorbereitung konnte mir keinen Eindruck davon vermitteln, mit wieviel Arbeit dieses Amt tatsächlich verbunden ist. Selbst wenn wir die Aufgaben auf viele Schultern verteilt haben. Aber den Aufwand investiere ich gerne, denn jetzt ist die entscheidende Zeit, um den Verein für die Zukunft aufzustellen und alle Beteiligten auf die Reise mitzunehmen.

 

Du sprichst von Aufbruchstimmung und positiven Entwicklungen im sportlichen Bereich. Aber ist das größte Problem des Vereins nicht ein finanzielles?

Natürlich ist die wirtschaftliche Situation ein Faktor, der vieles beeinflusst, aber positive Entwicklungen nicht verhindert! Wir sind da ziemlich klar und müssen auch nichts beschönigen. Es gibt Altlasten und laufende Kosten, und auch die bereits erwähnte Pandemie wirkt sich in vielerlei Hinsicht auf die Finanzlage aus, sei der durch die Kündigung von Mitgliedern oder die Zurückhaltung von Sponsoren. Aber damit müssen sich alle Vereine beschäftigen. Und wie gesagt, wir haben die Lage analysiert und kennen den Rahmen, in dem wir uns bewegen können. Und wenn wir das diszipliniert tun, können wir trotzdem als Verein leben und sogar wachsen und erfolgreich sein. Dass wir diesen Plan einhalten, dafür werden wir Verantwortliche im Vorstand sorgen.


Wenn wir ein weiteres Kabinengespräch in einem Jahr führen – welche Botschaften würdest du dann gerne verkünden?

Dass sich der Verein sportlich wie auch wirtschaftlich weiter konsolidiert hat. Dass wir mit unseren Aktiven eine gute Rolle in der Gruppenliga spielen, dass wir durch sportlichen Erfolg und die Arbeit der Trainer attraktiv für neue Spieler werden. Dass wir wieder eine 1b angemeldet haben und dass alle Frauenmannschaften gerne und mit Erfolg für den SV07 spielen. Dass wir alle Jugendteams ausreichend mit Spielern und vor allem Trainern besetzt haben und Meisterschaften feiern können. Und dass wir Veranstaltungen auf die Beine stellen, die gerne besucht werden, weil wir unsere Mitglieder wieder aktivieren können und auch andere Bürger aufgrund der positiven Signale neugierig werden. Dass sich der SV07 wieder weiter in die tragende Rolle entwickelt, die er unserer Ansicht nach in der Gemeinde haben muss.

Das sind nicht wenige Botschaften oder Wünsche. Aber auch nicht so unrealistisch, dass man nicht daran arbeiten kann. Und das beschriebene Zielbild verfolgen wir eigentlich ziemlich konkret.


Und in fünf Jahren?

„Wegen ausufernder Nachfrage: SV07 ruft Aufnahmestopp für Mitglieder aus.“ (lacht).

 

 

Vielen Dank für das Gespräch!


In guten wie in schlechten Zeiten
Der scheidende Präsi im Kabinengespräch

Bernd Passinger ist seit April 2017 1. Vorsitzender des SV 07 Nauheim. Nun neigt sich seine Amtszeit kurz vor der bevorstehenden Jahreshauptversammlung dem Ende entgegen. Wie es ihm damit geht, welche Höhen und Tiefen er und sein Vorstandsteam miterlebt haben und was die Zukunft für ihn bringt, wollten wir in unserem Kabinengespräch herausfinden.

 

Hallo Bernd, wir treffen uns heute zu unserem Kabinengespräch ein paar Tage vor dem Ende Deiner Amtszeit als 1. Vorsitzender. Du hast ja bereits letztes Jahr angekündigt, dass Du für diesen Posten nicht mehr zur Verfügung stehst. Aber wie fühlt es sich jetzt so kurz davor an?

Die Entscheidung, nicht mehr für  das Amt des 1. Vorsitzenden zur Verfügung zu stehen, war eine Entscheidung aus privaten Gründen, da meine Frau und ich uns für die Zukunft verschiedene andere Projekte vorgenommen haben, die wir umsetzen möchten und mit denen ich zeitlich ein solch verantwortungsvolles Amt nicht mehr ordentlich begleiten könnte.

Nach den doch schon vier Jahren meiner Amtszeit bin ich allerdings schon etwas wehmütig. Allerdings bin ich sicher, dass mit den neu zur Verfügung stehenden Kollegen die Leitung in gute Hände kommt und das macht es mir leichter, die Tätigkeiten abzugeben.

 

Du hast den Verein seit April 2017 als 1. Vorsitzender geführt. Sicherlich nicht die leichteste Phase in der Clubgeschichte. Was bleibt für Dich persönlich rückblickend, positiv wie negativ?

Ja, die Situation war in all den Jahren nicht wirklich leicht. Ich habe damals mit meinen KollegINNen die Vorstandspositionen übernommen, als der Verein bereits mit verschiedenen Problemen zu kämpfen hatte. Uns war klar, dass eine schwere Aufgabe auf uns zukommt, die es zu meistern gilt, alle Details kannten wir jedoch nicht.

Was war negativ?

Negativ war dann teilweise die Reaktion vieler Mitglieder auf unsere Einsparmaßnahmen, die jedoch zwingend notwendig waren. Allerdings hat sich dies im Laufe der Zeit relativiert, nachdem man erkannt hat, dass es nicht anders gehen konnte. Wichtige Vorstandsmitglieder haben in dieser schwierigen Zeit das Amt niedergelegt, wodurch viel Wissen verloren ging und was zu erheblicher Mehrarbeit für die verbleibenden Vorstandsmitglieder geführt hat.  Ein weiterer Wehrmutstropfen war dann noch die Trennung von unserem langjährigen Pächter, solche  Geschichten treffen einen doch immer auch persönlich.

Aber es gab auch Positives, das mir sicher mehr als das Negative in Erinnerung bleiben wird.

Dies war insbesondere, dass die Vorstandsmitglieder, die mich bis heute nach wie vor unterstützen, einen super Job gemacht haben und viel Zeit und Privatleben geopfert haben. Mir sind all diese KollegINNen sehr ans Herz gewachsen und ich bin froh, dass ich sie alle kennenlernen durfte. An dieser Stelle möchte ich auch nochmal allen, die mich in den vier Jahren begleitet haben, herzlich danken. Hier meine ich auch die Mitglieder und Ehrenamtlichen außerhalb des Vorstandes, alle Trainer und der erweiterte Vorstand und natürlich auch alle SpielerINNen.

 

 

Und dann kamen ja vor gut einem Jahr noch völlig neue Herausforderungen auf Dich und den Verein zu, die Corona mit sich brachte.

Mit Corona kam dann natürlich ein Punkt, an dem sich alles nicht gerade verbesserte. Die Sponsoren zogen sich teilweise zurück, die Festivitäten fielen aus, was sich im finanziellen Bereich sehr bemerkbar machte und unsere Planung für die nächsten Jahre beeinflusste.

Insbesondere traf mich aber der ausgefallene Sportbetrieb, hier besonders, dass die Kinder nicht mehr trainieren konnten. Die Tatsache, dass auf dem Sportplatz nichts mehr ging, war für mich genauso wie für alle Mitglieder wirklich traurig.

Nun haben wir die bevorstehende Jahreshauptversammlung, die wegen der Corona-Einschränkungen auch „nur“ virtuell stattfinden darf. Eine Herausforderung, die viel Informieren und Organisieren mit sich brachte. Ich glaube jedoch, dass wir alles richtig gemacht haben und am Ende auch am Abend der Jahreshauptversammlung technisch alles sauber funktioniert J

 

Was machst Du denn nach der Amtsübergabe an Deinen Nachfolger? Gibt es schon Pläne, was Du mit der neu gewonnenen Zeit anfangen wirst?

Die Zeit werde ich gemeinsam mit meiner Frau nutzen, um unseren gemeinsamen Hobbys nachzugehen. Das wird wahrscheinlich dazu führen, dass wir zukünftig für mehrere Wochen im Jahr nicht in unserem geliebten Nauheim sein werden.

 

Dennoch wirst Du dem Verein ja nicht verloren gehen und stehst auch weiterhin zur Verfügung. In welchen Bereichen wirst Du zukünftig noch mitarbeiten?

Natürlich werde ich auch dem neuen Vorstand gerne mit Rat und Tat zur Verfügung stehen, insbesondere in den ersten Monaten nach der Übergabe werden hier evtl. einige Fragen auftauchen.

Dank Handy und Internet ist man ja heute fast nirgendwo unerreichbar ;-)

Auch bei der Mitgliederverwaltung werde ich gemeinsam mit meiner Frau Beate weiterhin Klaus Ehlenberger unterstützen. Wir haben uns diesen Bereich bereits in den letzten 2 Jahren aufgeteilt zwischen Pass- und Vereinswesen, was prima funktioniert hat. Auch diese Tätigkeit kann erledigt werden, wenn wir nicht zuhause sind.

Abschließend möchte ich hier noch sagen, dass es mich riesig freut, dass durch das Team um Tobi Schmidt für die neue Saison ein tolles Trainerteam und eine motivierte Mannschaft für die Herren-Gruppenliga verpflichtet werden konnte. Ich werde auch zukünftig das Geschehen des Vereins verfolgen bzw. auch auf dem Sportplatz sein, wenn es möglich ist, und wünsche meinen Nachfolgern ein gutes Händchen beim Leiten des Vereins und auch das wichtige Quäntchen Glück, wenn es gebraucht wird.

 

 

 


Interview mit unseren neuen Trainern

Zeitlupenfußball“ und litauische Spezialitäten
Die neuen Trainer Cube und Schuster im Kabinengespräch

 

Marcus Cube und Jonas Schuster sind seit April verantwortlich für unsere Erste Mannschaft. Welche besonderen Herausforderungen es in der fußballlosen Pandemiezeit gibt und welche neuen Entwicklungen sich für den Aufbau einer schlagkräftigen Truppe ergeben, haben wir im Kabinengespräch mit den Beiden erfahren.

 

Hallo Markus und Jonas – schön, dass Ihr Euch die Zeit für unser Kabinengespräch genommen habt. Wie habt Ihr die ersten Wochen als Trainer unserer Ersten wahrgenommen und was waren die größten Hürden in der fußballlosen Corona-Zeit bisher?

Schuster: Wir haben neben der Kontaktaufnahme zu potenziellen Neuzugängen vor allem erstmal die Jungs vom aktuellen Kader angerufen. Es waren viele nette Telefonate. Und genau da war die große Hürde – es konnte alles nur per Telefon laufen. Private Treffen sind ja einfach nicht möglich.

Cube: Es scheint aber, als seien die Jungs heiß und warten darauf endlich wieder auf den Platz kommen zu dürfen. Ich glaube, bei einem neuen Trainerteam ist der Spannungsbogen bei jedem einzelnen noch ein wenig mehr gespannt.

 

Thema Kaderplanung: Gibt es hierzu was zu vermelden?

Schuster: Hier gibt es erfreulicherweise Einiges zu vermelden:

Yasin Kapucu kehrt nach einem Jahr in Nieder-Olm zum SV 07 Nauheim zurück und verstärkt unsere linke Außenbahn. Als Routinier, der schon in höheren Ligen unterwegs war, wird er unserer jungen Mannschaft Stabilität verleihen und mit seinem starken linken Fuß unsere Optionen bei ruhenden Bällen enorm erweitern.

 

Auch Tim Baatz von RW Darmstadt konnten wir davon überzeugen, dass sein nächster Entwicklungsschritt in Nauheim liegt. Tim hat ein sehr spannendes Profil, kann als Innenverteidiger oder 6er in mehreren Systemen spielen und hat mit seinen gerade mal 18 Jahren noch unheimlich viel Potenzial. Ich freue mich schon sehr darauf, dieses Talent individuell weiter zu fördern und sein Spiel auf das nächste Level zu heben.

Matthaues Ceglarek kennen Markus und ich noch aus gemeinsamen Zeiten in Büttelborn. Matthaus kam damals frisch aus der A-Jugend und sorgte mit seiner Power und seiner unglaublichen Schusstechnik auch im Herrenbereich direkt für Furore. Er ist sehr variabel einsetzbar, wir sehen ihn jedoch insbesondere im Zentrum auf der 6 oder 8.

Cube: Und dann sind da natürlich noch die vier Jungs vom TV Haßloch: Jakob Stein, Julian Staiger, Robin Grieger und Marvin Bojand. Jakob ist der Inbegriff von einem „Flügelflitzer“ und wird uns mit seinem Speed in Umschaltaktionen enorm gefährlich machen. Unser Laufwunder Julian ist als Außenverteidiger eingeplant. Er bringt die perfekten athletischen Voraussetzengen für diese Position mit und ist nebenbei auch noch ein richtig guter Fußballer. Robin ist die Torgefahr in Person. Er kann im Offensivbereich quasi alle Positionen spielen und wird unser Angriffsspiel mit seiner Kreativität und Spielintelligenz beleben. Marvin ist ein absoluter Mentalitätsspieler, der enorm zweikampfstark ist und nebenbei im Spielaufbau viele gute Anlagen mitbringt. Er kann in der Viererkette alle Positionen spielen und in gewissen Systemen auch das zentrale Mittelfeld stärken. Wir sind total glücklich, dass wir die vier Jungs mitbringen konnten und trauen ihnen allesamt den Sprung in die Gruppenliga zu!

Mit diesen Neuzugängen sind wir in unseren Planungen schon recht weit. Generell möchten wir den Kader so aufstellen, dass wir mit Spielern besetzt sind, die die individuellen Eigenschaften für ihre jeweilige Position bestmöglich mitbringen.

 

… interessant, positionsspezifische Planung. Gibt es aus Eurer Sicht besondere Merkmale bei der Besetzung einzelner Positionen?

Cube: Die gibt es definitiv. Wir haben eine gewisse Spielidee und Spielprinzipien, die wir unabhängig vom System auf den Platz bringen wollen. Da will ich aus taktischen Gründen hier jedoch nicht zu sehr ins Detail gehen. Bei der Zusammensetzung des Kaders haben wir aber selbstverständlich darauf geachtet, dass die Spieler unsere Profile für die einzelnen Positionen sehr genau erfüllen und unsere Spielidee dann auch bestmöglich umsetzen können.

 

Jonas, Du kennst als Pädagogischer Leiter des Bundesligisten Mainz 05 und ehemaliger Spieler von TV Haßloch beide Welten: Bundesliga und Kreisliga. Was sind die größten Unterschiede?  

Schuster: Es ist und bleibt die Sportart Fußball, da gibt es natürlich einige Gemeinsamkeiten. Der größte Unterscheid ist jedoch das Spieltempo. Wenn ich in der Mittagspause mit Bo Svensson oder Sandro Schwarz mal ein paar Szenen unserer Spiele angeschaut habe, wurde ich immer gefragt, warum ich mir das Spiel in Zeitlupe anschaue. Die konnten gar nicht glauben, dass wir wirklich SO langsam sind 😊. Der moderne Fußball im Spitzenbereich wird immer schneller und athletischer. Das kann man „nebenberuflich“ mit 2-3 Trainingseinheiten in der Woche gar nicht leisten.

 

Markus, Du hast bereits Erfahrungen in Nauheim als Spieler unter Gerd Schaffner gesammelt. Was sind Deine Erinnerungen an diese Zeit?

Cube: Es war eine geile Truppe, die teilweise richtig guten Fußball gespielt hat. Schon damals war die Unterstützung neben dem Platz großartig – so viele Helfer waren da immer verfügbar. Rückblickend war ich zu ungeduldig und hätte weiterhin versuchen sollen, mich als Spieler durchzusetzen, aber für den damaligen Kader war ich zu dem Zeitpunkt einfach nicht gut genug. Dieser Kader damals hätte um den Aufstieg in die Gruppenliga mitspielen müssen.

 

Wie sehen Eure kurz- sowie mittel- und langfristigen Zielsetzungen mit dem SV 07 Nauheim aus?

Cube: Kurzfristig ist sehr einfach – die Klasse halten.

Schuster: Bei den mittel- und langfristigen Zielen rückt dann auch das große Ganze in den Fokus. „Wie schaffen wir es den Verein voranzubringen und Erfolg zu haben?“. Hier gilt es zuerst den kommenden Kader weiterzuentwickeln und ein Scouting aufzubauen, das uns auch die nächsten ein-bis zwei Jahre Kaderverbesserungen ermöglicht. Darüber hinaus gilt es schnellstmöglich eine neue 1b in den Spielbetrieb zu integrieren und zu guter Letzt muss es in der Jugend vorangehen. Wir brauchen eine A- und B-Jugend um unsere Aktiventeams intern mit Neuzugängen füttern zu können. Ich weiß: das sagen alle Vereine oder Trainer bei einer Neuausrichtung, aber es muss auch gelebt werden. Wir werden uns Spiele der Großfeldjugendteams ansehen und bieten den Trainern Fortbildungen an, um unsere Spielweise zu verstehen. Ich glaube, das Medium der Videoanalyse ist ein tolles Instrument – auch für Jugendtrainer – um das Team sehr schnell mit großen Schritten nach vorne zu bringen. Aber dies ist natürlich ein Mehraufwand, den jeder Trainer erstmal leisten muss. Viele andere Vereine in der näheren Umgebung gehen mit dem Thema Nachwuchsförderung eher stiefmütterlich um. In diese Lücke zu stoßen, das ist die große Chance für den SV 07 Nauheim.

 

Nun ist 2021 das Jahr der großen Trainerwechsel: Flick, Rose, Hütter. Und nicht zuletzt: Schuster und Cube… Einige Stimmen werfen Euren Kollegen aus der Bundesliga Wortbruch und mangelnde Vorbildfunktion vor. Habt Ihr Ähnliches erfahren und wie steht Ihr zu der Diskussion?

Cube: Naja, ein Trainerkollege hat sich in einem Interview im Zuge des Hütter-Wechsels schon direkt in meine Richtung geäußert. Ich hätte den B-Ligisten verlassen, weil ein Gruppenligist angerufen hat. Ich nutze hier die Möglichkeit um zu sagen: Ich habe in Haßloch keinen „Wortbruch“ begangen! Wir hatten noch nicht über die neue Saison gesprochen und somit keinen Vertrag verlängert. Noch dazu habe ich in Haßloch immer gesagt: „Wenn ein Kreisoberligist (oder höher) anruft, höre ich mir das an!“ Von den Verantwortlichen in Hassloch kam kein Vorwurf in meine Richtung.

Schuster: Ich glaube wir können den Amateurfussball hier nicht mit den Profis vergleichen. Der mediale Aspekt treibt die Trainer ja förmlich zum Lügen, um nicht direkt die nächsten Rückfragen oder Unruhen auszulösen. Ich finde schon, wenn ein Trainer ODER Spieler zusagt, dann soll das auch nicht mehr geändert werden.

 

Wir haben mit Euch nicht nur ein neues Trainerteam aus Haßloch bekommen, sondern auch neue Pächter für unsere Vereinsheim aus derselben Ortschaft. Ihr kennt Euch daher sicherlich recht gut und freut Euch bestimmt schon, nach dem Spiel oder Training im Häuschen noch mal einzukehren. Was ist Eure Empfehlung auf der Speisekarte vom „Klaane Naumer“?

Schuster: Die Schnitzel sind echt gut und ich freue mich schon drauf diese mit meiner Familie – nach einem Heimsieg - auf der Terrasse genießen zu können.

 

Cube: Darüber hinaus ist es immer zu empfehlen, wenn die Chefin etwas aus ihrer litauischen Heimat auf der Tageskarte stehen hat!